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Spionagevorwurf: Legt Telekom-Ausrüster Huawei Technik offen?

on 2012-11-06, 17:23
Der chinesische Hersteller für Telekommunikationstechnik arbeitet weltweit mit den größten Netzbetreibern zusammen, steht jedoch immer wieder im Verdacht, Spionage für die chinesische Regierung zu betreiben. Jetzt will das Unternehmen diese Vorwürfe offenbar entkräften: Huawei hat vorgeschlagen, Technik und Software offen zu legen.

Huawei zählt zu den einflussreichsten Technologie- und Telekommunikationsunternehmen der Welt. Das chinesische Unternehmen stellt nicht nur im Smartphone- und Tablet-Sektor einen großen Spieler dar, sondern arbeitet unter anderem auch in den Bereichen LTE und Cloud-Computing mit der Deutschen Telekom zusammen. Andere Telekommunikationsanbieter wie Vodafone und O2 setzen ebenfalls auf Technik des Herstellers. Immer wieder waren jedoch in den vergangenen Monaten Vorwürfe laut geworden, wonach Huawei enge Kontakte zur chinesischen Regierung oder gar zum Militär pflege und über Sicherheitslücken in seinen Produkten Datenspionage in großem Stil ermöglichen würde. Erst Anfang Oktober warnte der US-Kongress vor chinesischer Spionage über Huawei.

Spionagevorwürfe sollen entkräftet werden

Jetzt geht das Unternehmen in die Offensive. Wie der "Spiegel" am Montag berichtete, hat der chinesische Konzern die US-Behörden jetzt aufgefordert, ihre Forderungen offen zu legen, damit das Unternehmen die Sicherheitsbedenken zerstreuen kann. "Sagt uns, was nötig ist, damit ihr euch mit unserer Ausrüstung und den Testverfahren sicher fühlt", zitierte das Magazin den Huawei-Sprecher Scott Sykes, der am Montag im chinesischen Shenzhen gemeinsam mit Managerin Chen Lifang vor Journalisten sprach.

Skyes bestritt zugleich, dass sein Unternehmen jemals im Auftrag der chinesischen Regierung Spionage betrieben hätte. Huawei würde 70 Prozent seines Umsatzes im internationalen Geschäft erwirtschaften, weswegen es "unternehmerischer Selbstmord" wäre, wenn man so handeln würde. Hinter den Warnungen des US-Kongress vermutet der Sprecher politische Motive oder Handelsprotektionismus seitens der USA.

Laut Chen Lifang müssten die US-Behörden klar machen, wo sie Sicherheitslücken bei Huawei sehen, damit das Unternehmen diese gegebenenfalls abstellen könne. Auch wäre man beim chinesischen Hersteller bereit, ähnlich wie bereits in Großrbitannien ein Prüfzentrum mit unabhängigen und amtlich beglaubigten Experten aufzubauen und die geheimen Quellcodes seiner Software offenzulegen, wie der "Spiegel" berichtete.

Offenlegung der Software bereits in Australien vorgeschlagen

Diese Vorschläge sind jedoch kein neues Angebot. Bereits im Oktober diesen Jahres hatte es einen ähnlichen Vorstoß der Chinesen in Australien gegeben. Dort hatte das Unternehmen den Zuschlag für einen Großauftrag zum Aufbau des landesweiten Breitbandnetzes wegen Sicherheitsbedenken nicht bekommen. In der Folge hatte der Australien-Chef von Huawei, John Lord, vorgeschlagen, sowohl Hard- als auch Software zur unabhängigen Überprüfung offen zu legen. Da die Behörden in Australien dem Vorschlag bislang nicht nachgekommen sind, ist jedoch unklar, wie ernst dieser tatsächlich genommen werden kann.

Alles deutet darauf hin, dass man bei Huawei stark daran interessiert ist, die Sicherheitsbedenken zu zerstreuen, die dem Unternehmen immer wieder entgegengebracht werden. Offenbar befürchtet man, auf diese Weise von vornherein von zahlreichen Großaufträgen verschiedener Behörden und Regierungen ausgeschlossen zu werden.

Huawei ist laut "Spiegel" derzeit in 140 Ländern aktiv und arbeitet mit 45 der 50 größten globalen Netzwerkbetreiber zusammen. Rund drei Milliarden Menschen weltweit sollen bereits Produkte des chinesischen Unternehmens nutzen.

Quelle: digitalfernsehen.de

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